Spirituose Obstbrand
Warum die Barszene über Nachhaltigkeit spricht – und Obstbrand dabei gewissentlich übersieht
Zero Waste. Lokale Produkte. Saisonalität. Wer heute hinter einer ordentlichen Bar steht, weiß die richtigen Worte. Sie stehen auf Menükarten, werden auf Instagram zelebriert und in Wettbewerbspräsentationen vor die Jury getragen. Heimisches Gemüse für das Shrub. Die unreifen Trauben vom Winzer nebenan als Verjus für den Sour. Alles schön. Alles richtig. Und dann? Dann greift man zur Flasche: Agavenbrand aus dem Hochland von Oaxaca. Mais und Roggen aus Kentucky. Limoncello aus Kampanien. Amaro aus dem Piemont.
Man darf sich da schon mal fragen: Gilt der moralische Kompass eigentlich nur für die Küche? Die Finca in Jalisco – und der Brenner um die Ecke. Wer in der Barszene mitredet, reist. Die abgelegenste Destillería in Jalisco kennt man, hat dort Fotos gemacht und selbst die Agave geerntet. Man war beim Master Distiller in Islay, hat in Louisville die Rickhouses besucht und war beim Sake-Toji irgendwo in der Präfektur Niigata. Das ist nichts, was man der Szene vorwerfen sollte. Neugier und Leidenschaft gehören zu diesem Beruf. Und das ist auch gut so. Was man ihr aber vorwerfen kann: den Brenner im Schwarzwald, im Bodenseeraum, im Fränkischen oder im Altenburger Land nicht einmal anzurufen.
Dabei ist die Dichte an handwerklichen Brennereien in Deutschland europaweit noch einzigartig. Allein im Renchtal rund um Oberkirch im Schwarzwald existieren über 1.100 Haus- und Hofdestillerien. Die höchste Konzentration an Kleinbrennereien auf engstem Raum in ganz Europa. Bereits im Jahr 1726 verlieh der Straßburger Fürstbischof Armand Gaston de Rohan das Recht zum Schnapsbrennen an die Region, und seither ist dieses Handwerk fest verankert. In unsere Portraits präsentieren wir zum einen Familienbrennerei Schladerer in Staufen hochwertigste Obstbrände unter einem Siegel herstellt. Geschäftsführer Philipp Schladerer präsentiert die Produkte auch regelmäßig auf Messen wie dem Bar Convent Berlin oder der Intergastra. Im Zentrum des Sortiments der Emil Scheibel Schwarzwald-Brennerei stehen Obstbrände und Obstgeiste aus handverlesenen Früchten der Ortenau: Williams-Birne, Altes Pflümle, Edle Himbeere sowie seltene Wildfruchtbrände wie Schlehe und Zibärtle.
Im März 2025 hat die Deutsche UNESCO-Kommission entschieden, die handwerkliche Brennkunst in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Ausdrücklich wird in der Begründung das generationenübergreifende Wissen der oft kleinen, familiengeführten Brennereien hervorgehoben und deren Beitrag zur Erhaltung der ökologisch wertvollen Streuobstwiesen. Kulturerbe. Offiziell. Anerkannt. Wäre schön, wenn der ein oder andere Barkeeper das auch so sähe.
Armada gegen Leidenschaft
Man sollte ehrlich sein, warum das so ist. Barkeeper machen es sich nicht aus Ignoranz einfach. Oft machen es ihnen andere einfach. Die großen Spirituosenkonzerne kommen mit einer gut geölten Maschinerie in die Bar: Gebietsverkaufsleiter, Außendienstmitarbeiter, Markenbotschafter. Sie kommen nicht mit leeren Händen. Es gibt Freiabgaben, Werbekostenzuschüsse, Schulungsveranstaltungen und natürlich den x-ten gebrandeten Flaschenöffner, der trotzdem irgendwie landet. Das System ist nicht schlecht. Es ist auf Effizienz getrimmt. Und es funktioniert.
Das Gros der Obstbrenner hat das nicht. Die meisten brennen im Nebenerwerb: nach der Ernte, nach der Arbeit, im Winter. Sie haben keine Außendienststruktur, kein Marketingbudget, keine Agentur. Was sie aber haben, ist ein offenes Ohr. Die Bereitschaft, den Barkeeper durch ihre Brennerei zu führen, über Jahrgänge zu sprechen, Maische riechen zu lassen, eine Flasche mitzugeben, die kein Händler im Sortiment hat, nie haben wird. Und vor allem zuzuhören. Was sind die Bedürfnisse der Bar in der Region? Wer einmal bei einem dieser Brenner vor Ort war, versteht: Die Transparenz, die hier herrscht, vom Obstbaum bis zur Flasche, ist das Gegenteil von dem, was die großen Marken bieten können, egal wie viele Hochglanzbroschüren sie drucken. Die Frage ist also nicht, ob der Obstbrenner interessant ist. Die Frage ist, ob die Barszene bereit ist, selbst den
ersten Schritt zu tun. Niemand wird mit Werbekostenzuschuss anklopfen. Aber wer anklopft, dem wird aufgemacht.
Was der Obstbrand heute ist, und was er kann!
Es wäre ein Fehler, Obstbrand noch als das zu betrachten, was er in der kollektiven Vorstellung vieler zu sein scheint: das klare, scharfe Zeug, das Opa nach dem Sonntagsessen aus dem Schrank geholt hat. Diese Erzählung ist längst überholt. Die neue Generation der deutschen Obstbrenner arbeitet mit einer Präzision und einem Bewusstsein für Rohstoffqualität, das dem Terroir-Denken des Weins in nichts nachsteht. Die Frucht steht im Mittelpunkt, aber was um sie herum entsteht, wird zunehmend vielschichtiger. Fasslagerung ist dabei das deutlichste Signal einer Kategorie, die endlich Fahrt aufnimmt. Kirschwasser, das in Oloroso-Sherry-Fässern reift. Apfelbrand, der lange in Limousin-Eichenfässern lagert. Zwetschgenwasser aus Sauternes-Holz. Brennereien wie Scheibel aus dem Schwarzwald setzen mit ihrer Serie „Edles Fass“ konsequent auf Fasslagerung. Obstbrände, zweifach über Gold destilliert, dann monatelang in Akazien-, Eichen- oder eigens aus Bordeaux bezogenen Barrique-Fässern gereift, mit einer Tiefe ausgestattet, die sich nicht hinter einem Scotch oder Armagnac zu verstecken braucht.
Wer noch weiter schauen will, findet Steinhauser am Bodensee: Die Alte Bodensee Hausbrennerei aus Kressbronn brennt in sechster Generation, klassische Sorten wie Williams, Zwetschgenwasser oder Obstler und tut das mit derselben Konsequenz beim Fass. Der „Alte Williams“ reift im Maulbeerfass und wurde dafür von der ISW-Prämierung zum „Obstbrand des Jahres national“ gekürt, die Alte Zwetschge gewinnt ihre Vanillenote aus monatelanger Holzfasslagerung. Tradition und Innovation schließen sich hier nicht aus. Die Brennerei Hubertus Vallendar beweist, dass Fasslagerung heimischer Früchte kein Kompromiss ist, sondern ein eigenständiges Geschmackserlebnis: Streuobst aus der Region, sanft destilliert, dann ins Holz. Das ist nicht Imitation, das ist eigenständige Handschrift. Das Spektrum, das der heimische Obstbrand heute bietet, ist erheblich. Dazu kommen zugänglichere Begleiter: zitrusgetriebene Liköre, aperitivo-taugliche Entwicklungen, alles aus demselben Rohstoff, der auch den reinen Edelbrand speist. Man muss nur hinschauen.
Wettbewerbe, Whiskey Sours und Schweigen über Williams
Es ist eine Frage, die man sich stellen darf, ohne snobistisch zu klingen: Warum reicht kaum jemand bei Barmeisterschaft-Finale einen Cocktail auf Basis eines deutschen Obstbrandes ein? Warum landet auf der Wettbewerbsbühne der Mezcal-Sour, aber kein Williams-Birnen-Highball? Warum kennt die Barszene jeden neuen Rum aus Barbados beim Namen, aber fragt nicht, welche Sorten der Bodenseeraum, das Altenburger Pflaumenwasser oder der fränkische Zwetschgenbrand gerade hergibt? Das ist keine sentimentale Heimatseligkeit. Das ist eine sachliche Bestandsaufnahme: Hier wächst, reift und brennt eines der komplexesten Destillate der Welt und es landet in der Gastronomie bestenfalls als Digestif-Randnotiz, zwischen Grappa und Calvados, beide ebenfalls aus dem Ausland.
Die Branche bewegt sich – und der Staat schaut hin
Die Verbände in Baden-Württemberg haben das Thema erkannt. Unter dem Dach der Obstbrand Baden GmbH arbeiten Badens Brenner, der Landesverband der Klein- und Obstbrenner Nord-Württemberg sowie der Verband der Klein- und Obstbrenner Südwürttemberg-Hohenzollern gemeinsam daran, die Lücke zwischen Brenner und Barkultur zu schließen. Konkret heißt das: Brennerinnen und Brenner werden gezielt in Cocktailkompetenz und Barkultur ausgebildet. Um zu verstehen, was Barkeeper brauchen, wie eine Bar denkt, und welche Rohstoffe in einer Cocktailkarte eine Rolle spielen können. Ein Wissenstransfer in beide Richtungen, der längst überfällig war. Getragen wird dieses Engagement durch politische Rückendeckung: Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen der Initiative „Regionale Cocktails – Kulturerbe und Natur im Einklang“. Das ist kein Randthema mehr. Das ist Agrarpolitik, die versteht, dass Wertschöpfung aus dem Obstgarten auch hinter dem Tresen enden kann.
Der vorerst sichtbarste Ausdruck dieser Bewegung ist der Wettbewerb „Edelbrand Cocktail des Jahres 2026“ (ECJ'26), ausgerichtet von Badens Brennern. Einreichen konnte bis zum 31. Juli 2026, wer einen Cocktail entwickelt, dessen Charakter von Edelbränden aus Baden-Württemberg geprägt ist – Barkeeper in einer eigenen Kategorie, Brenner und Edelbrandsommeliers in einer zweiten. Das Finale findet dann am 7. September 2026 in der Cocktailbar Schoellmanns in Offenburg statt. Und mit der ehrlichen Frage im Raum: Was entsteht, wenn man heimische Destillate ernst nimmt? Das ist eine Einladung. An die Szene. Und an alle, die bisher in die Ferne geblickt haben.
Kein Angriff – eine Einladung!
Die Barszene ist nicht das Problem. Sie ist, in ihrer besten Form, der neugierigste, lernfreudigste Berufszweig im Bereich der Genusskultur. Aber Neugier ist selektiv, wenn sie immer in dieselbe Richtung schaut: nach Süden, nach Westen, nach Übersee. Dabei liegt das Unbekannte manchmal überraschend nah. Ein familiengeführter Obstbrenner im Renchtal. Ein Kirschwasser-Produzent, dessen Brennrecht 300 Jahre alt ist. Eine Streuobstwiese am Kaiserstuhl, von deren Früchten eine Mirabelle entsteht, die mehr Aroma besitzt als manche internationale Premium-Abfüllung. Man muss nicht alles mögen. Man muss Obstbrand nicht zur Trendkategorie erklären. Aber man sollte aufhören, so zu tun, als wäre Regionalität eine Tugend, die am Spirituosenregal aufhört. Die Brenner machen ihre Hausaufgaben. Sie haben keine Außendienstler, kein WKZ-Budget und keinen gebrandeten Flaschenöffner dabei. Aber sie haben ihre Tür offen. Es wäre an der Zeit, sie auch zu besuchen. Nicht in Jalisco. Sondern im Schwarzwald. Im Frankenland. Am Bodensee. In Österreich.
Die besten Obstbrenner aus Deutschland bieten eine beeindruckende Vielfalt und wir stellen sie in unseren Portraits im folgenden vor. Diese sechs Hersteller zeigen eindrucksvoll, wie deutsche Obstbrände durch liebevolle Handarbeit, regionale Identität und innovative Ideen ihren Platz im nationalen und internationalen Genussmarkt behaupten. Alfred Schladerer Schwarzwälder Hausbrennerei GmbH verbindet seit 1844 meisterhafte Handarbeit mit modernen Barideen und setzt damit Maßstäbe im Obstbrandbereich. Die Birkenhof Brennerei überzeugt durch ihre „Working Distillery“-Philosophie, bei der alle Produktionsschritte in Eigenregie erfolgen, und überrascht mit außergewöhnlichen Sorten wie Salbei-Honig oder Rote-Bete-Brand. Emil Scheibel Schwarzwald-Brennerei steht für traditionelle Handwerkskunst im Schwarzwald mit einer feinen Aromatik, die besonders in der Bar-Szene geschätzt wird. Die Brennerei Josef Druffel aus Westfalen brilliert mit regionaltypischen Spezialitäten, etwa dem fruchtig-mandeligen Pflaumenlikör aus Stromberger Pflaumen. Hubertus Vallendar in der Eifel beeindruckt durch nachhaltige Rohstoffe und mehrfach ausgezeichnete Destillate, die international Anerkennung finden. Schließlich führt die Steinhauser GmbH vom Bodensee die jahrhundertealte Familien-Tradition fort und ergänzt klassische Obstbrände mit innovativen Produkten wie Single Malt Whisky und Gin.
Aushängeschilder der österreichischen Brennereikunst
Auch in Österreich ist die Obstbrandkultur fest verwurzelt und eng mit der Pflege der heimischen Streuobstwiesen verknüpft. Vor allem Regionen wie Tirol, Vorarlberg und das steirische oder oberösterreichische Alpenvorland bieten ideale Bedingungen. Die Geschichte der Brände reicht vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert, in dem Maria Theresia erste gesetzliche Regelungen erließ. Was früher einfache „Bauernschnäpse“ waren, hat sich zu einer hochdekorierten Handwerkskunst entwickelt. Die besten Brenner aus Österreich zeichnen sich durch eine beeindruckende Mischung aus Tradition, Handwerkskunst und Innovation aus.
Die Brennerei Guglhof GmbH in Hallein ist ein Paradebeispiel für gelebte Familientradition seit 1641. Ihre unverfälschten Obstbrände, hergestellt im aufwändigen Rauh- und Feinbrandverfahren, stehen für höchste Qualität ohne Zusatzstoffe. Ebenso beeindruckend ist emil 1868, Das Unternehmen verbindet über 500 Jahre gelebte
Familiengeschichte mit moderner Destillierkunst. Als „Innviertels erste Spirituosenfabrik“ entstehen Spirituosen, die österreichische Tradition, hochwertige Rohstoffe und innovative Ideen vereinen. Das Ergebnis sind charakterstarke Kreationen und eine weltweit einzigartige Österreich-Flasche. Im Tiroler Brixental überzeugt Erber Edelbrand mit seiner ältesten Kupferkesselbrennerei, die nicht nur mit edlen Obstbränden wie Vogelbeerbrand glänzt, sondern dank langjähriger Lagerung und IFS-Zertifizierung auch höchste Qualitätsstandards erfüllt. Die Prinz Fein-Brennerei im Bodenseeraum schließlich steht für regionale Vielfalt und die enge Zusammenarbeit mit lokalen Obstbauern, wodurch charakterstarke Edelbrände entstehen, die Tradition und Qualität vereinen. Diese Brennereien zeigen eindrucksvoll, wie österreichische Destillationskunst sowohl tief verwurzelte Geschichte als auch zukunftsweisende Kreativität integriert. Sie setzen Maßstäbe in Sachen Qualität, Nachhaltigkeit und Geschmack – ein Ausblick, der Lust auf mehr macht und die österreichische Brennerlandschaft als unvergleichliche Genusswelt präsentiert.
Brennerei Guglhof GmbH, Hallein (AT)
Im Guglhof, einem 1641 von einem Halleiner Ratsherrn errichteten Anwesen, wird seit Generationen als Familienbetrieb gebrannt – heute in vierter Generation geführt von Anton und Christoph Vogl. Als älteste Brennerei im Land Salzburg verschreibt sich der Betrieb traditionellem Handwerk: Im aufwändigen Rauh- und Feinbrandverfahren mit kleinen Kupferkesseln entstehen Obstbrände aus voll ausgereiften, vorzugsweise alten Obstsorten. Wildkirsche, Mirabelle und Schlehe zählen zu den charakteristischen Spezialitäten, ergänzt um Liköre wie den Feuerkirsch- und Waldhimbeerlikör. Zucker und Aromazusätze sucht man hier vergeblich – stattdessen sorgt eine mehrjährige Lagerung für die Harmonisierung des Geschmacks. So wurde der Guglhof bereits zweimal zum „Meisterbrenner des Jahres“ in Österreich gekürt, eine Anerkennung, die die konsequente Qualitätsarbeit des Familienbetriebs über Generationen hinweg unterstreicht.
emil 1868 - WE BOTTLE AUSTRIA, Ried im Innkreis (AT)
Seit 1868 steht emil 1868 für österreichische Destillierkunst, kompromisslose Qualität und den Anspruch, Bewährtes mit neuen Ideen zu verbinden. Über Generationen hinweg ist aus einer traditionellen Familienbrennerei eine Marke entstanden, die Herkunft, Handwerk und Innovation in jedem Detail vereint. Unsere weltweit einzigartige Österreich-Flasche ist Ausdruck dieser Philosophie. Sie macht Österreich sichtbar, noch bevor der erste Drink serviert wird. Als unverwechselbares Markenzeichen zieht sie die Blicke auf sich und schafft genau das, was hinter der Bar zählt: Aufmerksamkeit, Wiedererkennung und Gesprächsstoff. Eine Flasche, die Gäste nicht nur bestellen, sondern auch in Erinnerung behalten.Doch außergewöhnlich ist nicht nur ihre Form. Gefüllt mit hochwertigen österreichischen Spirituosen aus ausgewählten Rohstoffen und hergestellt nach traditioneller Brennkunst, überzeugt sie auch geschmacklich. Ob pur, als Signature Serve oder als Bestandteil kreativer Cocktails – emil 1868 verbindet authentischen Geschmack mit modernem Design und verleiht jeder Bar ein Stück österreichischer Identität. emil 1868 steht für Spirituosen mit Charakter, für eine klare Herkunft und für den Mut, sich bewusst von der Beliebigkeit abzuheben. Wir füllen nicht einfach Spirituosen ab – wir füllen Österreich in eine Flasche.
Erber Edelbrand, Brixen im Thale (AT)
Seit 1651 hält die Brennerei Erber das Brennrecht im Tiroler Brixental und gilt damit als älteste Kupferkesselbrennerei Tirols. Das Schnapsbrennen war einst an eine Bedingung geknüpft: Mit dem Wasser aus der eigenen Quelle mussten zunächst Mensch und Vieh versorgt werden, bevor der Rest zum Brennen verwendet werden durfte – eine Geschichte, die bis heute zum Selbstverständnis des Hauses gehört. Im Zentrum stehen Obstbrände aus Apfel, Zwetschge und Marille sowie Zirbe und der charakteristische Vogelbeerbrand, der durch aufwändige Beerenverarbeitung und Lagerung im Holzfass seine besondere Note erhält. Lagerzeiten von bis zu 15 Jahren sorgen für ausgereifte Destillate, die mehrfach mit Gold bei den World Spirits Awards prämiert wurden. Als eine der wenigen Brennereien überhaupt ist Erber zudem IFS-zertifiziert und garantiert damit Lebensmittelsicherheit auf hohem Qualitätsniveau. In der Schaubrennerei mit angeschlossenem Brennhäusl lässt sich der gesamte Weg vom Maischen bis zur Verkostung hautnah miterleben
Brennerei Hubertus Vallendar GmbH & Co. KG, Kail (DE)
In der Eifelgemeinde Kail destilliert Hubertus Vallendar preisgekrönte Obstbrände und Obstgeiste nach seinen persönlichen Vorlieben. Nur beste Früchte, keine Zusätze und nachhaltige Rohstoffe prägen die Philosophie des Hauses – eine Haltung, die ihren Brennmeister bereits 2020 mit dem World Spirit Award für sein Lebenswerk auszeichnete und ihn international als einen der profiliertesten Obstbrenner seines Fachs etablierte. Beim World Spirits Award 2026 wurde die Brennerei gleich zweimal als World-Class Distillery ausgezeichnet, vier Destillate erhielten dabei Double-Gold. Stilbildend ist die Linie „Das Original“, mit der Hubertus Vallendar einst seinen eigenen Qualitätsanspruch begründete, etwa beim mehrfach goldprämierten Roten Weinbergpfirsichbrand. Bei der Premium-Linie „La Donna“ verlässt er sich ganz auf seine Nase: Sie erschnuppert das Wichtigste beim Brennen, das sogenannte „Herzstück“ – denn nur dieses wird verwendet.
Prinz Fein-Brennerei, Hörbranz (AT)
Die Fein-Brennerei Prinz steht für erstklassige Obstbrände, Schnäpse und Liköre
aus Österreich. Über vier Generationen hinweg hat sich das Familienunternehmen zu einer festen Größe bei Genießerinnen und Genießern entwickelt. Die sorgfältig ausgewählten Früchte stammen unter anderem aus den eigenen Obstgärten im Leiblachtal, in denen teilweise jahrhundertealte Hochstammbäume wachsen. Mithilfe traditioneller Handwerkskunst und moderner Vakuumdestillation werden die Früchte besonders schonend verarbeitet, sodass ihre feinen Geschmacksnoten intensiv im Destillat erhalten bleiben. Durch die jahrelange Reifung in Steingutgefäßen entwickeln die Destillate ihren besonderen Charakter und ihre außergewöhnliche Milde. Die Verbindung aus jahrzehntelanger Erfahrung, regionaler Verbundenheit und konsequentem Qualitätsanspruch macht Prinz zu einer unverwechselbaren Marke, die Liebhaber hochwertiger Brände und Schnäpse immer wieder begeistert.